Im Test: Gentleman Jack

Der Gentleman Jack ist der etwas reifere Bruder des Jack Daniel, was sich äußerlich sowohl in der eleganteren Flasche als auch im etwas höheren Preis wiederspiegelt. Von den inneren Werten her kann sich der Gentleman Jack auch sehen lassen, geschmacklich ist er weitaus runder, verhaltender und auch weicher als sein „kleiner“ Bruder. Der Grund dafür ist das, was Jack Daniels „Charcoal Mellowing“ nennt. Der Whisky wird zweifach von Holzkohle gefiltert, einmal vor der Abfüllung und einmal nach der Lagerung. Die Dauer der Lagerung in ausgebrannten Eichenfässern (Ihr erinnert Euch, die Amerikaner dürfen keine Fässer benutzen, die schon mal verwendet wurden) beträgt vier Jahre.

Farbe, Nase, Geschmack und Abgang

gentleman-jackVon der Farbe her zeigt sich der Gentleman Jack in einem sehr kräftigen, dunkeln Bernsteinton. Unterstützt wird das ganze sicher auch durch die massive Flasche, den Gentleman Jack gibt es sowohl als 70cl als auch als 1-Liter Flasche. Aber auch im Glas sieht man, dass der Whiskey eher zur dunkleren Sorte gehört. Das mag zum Teil auch an der Kohlefilterung liegen.
Manch einer mag hinter eben dieser Kohlefilterung einen Marketing-Trick vermuten, tatsächlich hat sie aber aus meiner Sicht einen sehr positiven Einfluss auf Geruch und Geschmack, denn im Vergleich zum No.7 von Jack Daniels ist dieser wesentlich weicher und ausgeglichener. Die Nase ist sehr fruchtig und zurückhaltend, durchaus angenehm. Auch Noten von Vanille und gerösteten Nüssen sind an der Nase zu entdecken.
Geschmacklich setzt sich die weiche Note fort, Aromen von Karamell, Vanille und ein wenig Rauch sind neben den fruchtigen Noten auszumachen. Leider bleibt der Geschmack auch dabei, es gibt keine Aromen, die sich im Nachhinein entfalten. Eine allzu große Komplexität darf man also hier nicht erwarten.

Hintergrund

Die Jack Daniels Destillerie dürfte wohl jedermann (und –frau) ein Begriff sein, Jack Daniels ist der meistverkaufte amerikanische Whiskey weltweit. Neben den Gentleman Jack gibt es die Standard-Linien: No.7, Jack Daniels Single Barrel und den Tennessee Honey.
Jack Daniels legt hohen Wert auf Konsistenz, was sich darin zeigt, dass in der 146-jährigen Firmengeschichte insgesamt nur sieben „Master Distillers“ dort angestellt waren – einer davon war Jack Daniels selbst. Der Master Distiller ist für den Geschmack eines jeden Whiskies zuständig und bestimmt zum Beispiel bei Blends das Mischverhältnis. Bei einer Produktionsmenge von 90 Millionen Litern kein einfaches Unterfangen.

Fazit

Der Gentleman Jack ist ein solider Whisky aus der Jack Daniels Brennerei, qualitativ und geschmacklich dem No.7 – den man besser nur mit Cola gemischt trinkt – weit überlegen. Wenn auch nicht sonderlich komplex, ist er für etwas über 20 Euro sicherlich kein schlechter Whisky, bei dem man sich auch nicht schlecht vorkommen muss, wenn man Ihn auf Eis oder als Mischgetränk trinkt.

Fazit: Gentleman Jack

Nase: 60%
Geschmack: 72%
Abgang: 65%
66%

Ein anständiger Whisky, der zumindest durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis überzeugt und auch seinem kleinen Bruder – dem Jack Daniels – geschmacklich überlegen ist.

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2017-08-28T09:29:15+00:00

About the Author:

Freddy liebt vor allem milde, schottische Whiskies, es darf aber auch mal rauchig sein. Er schreibt seit 2014 mit Begeisterung über alles, was mit dem „Wasser des Lebens“ zu tun hat. In seiner Freizeit wandert er viel mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.

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