Lagavulin 16

Der Lagavulin 16 gehört zu den so genannten Classic Malts, denen nachgesagt wird, für die Wiederauferstehung von Single Malt Whiskys in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verantwortlich zu sein. Die Classic Malts bestanden zunächst aus sechs verschiedenen Whiskys (Talisker, Dalwhinnie, Oban, Glenkinchie, Cragganmore und Lagavulin), aus Marketingzwecken hat man die Anzahl heute auf 13 erweitert. Dies zeigt natürlich, dass der Begriff “Classic Malt” eher einem Verkaufsgedanken als tatsächlichen historischen Gegebenheiten entsprungen ist und mit der Wiederauferstehung von Single Malt Whisky – sollte es diese überhaupt gegeben haben – nur bedingt etwas zu tun hat. Nichtsdestotrotz ist der Lagavulin 16 ein ausgezeichneter Whisky der konstant Awards gewinnt und zurecht der meistverkaufte Whisky aus der Classic Malt Serie ist.

Farbe, Nase, Geschmack und Abgang

Von der Farbe her zeigt sich der Lagavulin in einem dunklen, kräftigen Braunton, der durch die lange Reifung im Sherryfass zustande kommt. Der Whisky kommt von der Insel Islay, deren Whiskys durch raue Seeluft und intensiven Rauchgeschmack geprägt sind, die sich auch deutlich beim Lagavulin zu riechen sind. Eine Spur von Salz, Gewürzen und Sherry. Geschmacklich hat der Whisky schöne Aromen von Sherry und Vanille, die von Torf und kraftvollem Geschmack der Eichenfässer angenehm überlagert werden. Der Abgang ist langanhaltend und intensiv, Salz und vor allem torfiger Rauch bleiben lange im Mund erhalten. Alles in allem bringt der Lagavulin 16 ein sehr komplexes Geschmackserlebnis mit und wird zurecht als der beste Whisky der Insel Islay bezeichnet.

Hintergrund

Lagavulin 16

Lagavulin 16

Die Lagavulin Brennerei gibt an, eine der ältesten Brennerein in Schottland zu sein, die erste Erwähnung, dass dort Whisky gebrannt wurde, gehen auf das Jahr 1742 zurück. Bis zum Ende des Jahrhunderts gab es etwa 10 illegale Brennerein in der Region, die bis 1830 nach und nach geschlossen wurden. 1816 legten John Jonston und Archibald Campbell ihre beiden letzten verbleibenden – zu diesem Zeitpunkt legalen – Brennerein zusammen und Lagavulin entstand. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Lagavulin mehrmals von Laphroaig verklagt, Lagavulin wurde vorgeworfen, den Whisky von Laphroaig zu kopieren. Da der Torf und das Wasser, welches für den Lagavulin verwendet werden, den Whisky dermaßen unterschiedlich vom Laphroaig schmecken lassen, konnte Laphroaig nie einen Erfolg mit seinen Klagen erzielen.

Fazit

Auch wenn der Begriff Classic Malts auf Marketingzwecke zurückzuführen ist, ist der Lagavulin 16 ein Single Malt von Weltklasse. Für knapp unter 50 Euro auf amazon ist er zwar kein Schnäppchen, aber ohne Zweifel seinen Preis wert. Wenn man bedenkt, dass der Lagavulin 16 Jahre Reifung hinter sich hat, bieten nur wenige seiner Konkurrenten ein entsprechendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und die Leistung, die dieser Whisky bietet, ist wirklich sensationell – der Whisky ist Einsteigern als auch Veteranen nur ans Herz zu legen.

Fazit: Lagavulin 16

Lagavulin 16
Nase: 91%
Geschmack: 90%
Abgang: 86%
89%

Völlig zurecht der Standard Single Malt wenn es um torfigen Whisky geht. Herrliches Geschmackserlebnis zu einen tollen Preis-Leistungsverhältnis.

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2017-08-28T09:01:00+00:00

About the Author:

Freddy liebt vor allem milde, schottische Whiskies, es darf aber auch mal rauchig sein. Er schreibt seit 2014 mit Begeisterung über alles, was mit dem „Wasser des Lebens“ zu tun hat. In seiner Freizeit wandert er viel mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.

2 Kommentare

  1. Lagavulin Whisky Fan 18. September 2015 um 22:24 Uhr- Antworten

    Der Laga darf wirklich in keiner Sammlung fehlen. Auch die Distillers Edition macht etwas her. Toller Artikel 🙂

  2. Riccardo Berg 20. November 2015 um 11:20 Uhr- Antworten

    Na ja, die tolle Farbe des Lagavulins kommt ja vielleicht auch ein wenig vom zugesetzten E150a… 😉

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