Lange Zeit waren wir Europäer von Single Malt Whiskies aus dem Vereinigeten Königreich – speziell Schottland – verwöhnt, an die qualitativ kaum ein anderer Whisky herankommt. Doch in den letzten Jahren hat sich auf dem Whisky-Markt viel getan, und andere Nationen wie Japan oder die USA holen langsam auf. Speziell Bourbon Whiskey genießt immer höheres Ansehen, es gibt viele traditionsreiche Bourbon Marken, die sich in den letzen Jahren weg vom Massenprodukt und hin zur echten Spezialität entwickelt haben.

Daher habe ich mir in diesem Beitrag vorgenommen, die – aus meiner Sicht – besten Bourbons der Welt zu vergleichen und Euch meine rein subjektiven Empfehlungen auszusprechen.

Hier die Übersicht:

#BildNameGeschmackReviewsPreis/LeistungPreis
1Blantons GoldBlanton's Gold
Honig, Eiche, Vanille, getrocknete Früchte4,4 Sterne
8 Rezensionen
5 Sterne62,90 EUR
2Woodford Reserve Double OakedWoodford Reserve Double OakedKomplex mit Karamell, Haselnuss und Vanille4,3 Sterne
6 Rezensionen
4,8 Sterne51,90 EUR
3
Noah's Mill
Noah's Mill BourbonKraftvoll, Karamell und Eiche4,5 Sterne
1 Rezension
4 Sterne56,47 EUR
4Wild Turkey 101 ProofWild Turkey 101 ProofHonig, brauner Zucker, Orange4,6 Sterne
9 Rezensionen
5 Sterne22,90 EUR
5Baker's 107 Proof 7 JahreBaker's 107 Proof 7 JahreFruchtig, Karamell und Vanille3.9 Sterne
10 Rezensionen
4,0 Sterne42,90 EUR
6Elijah Craig 12 Years Kentucky BourbonElijah Craig 12 Years Kentucky BourbonEiche, Gewürze, Rauch4,4 Sterne
38 Rezensionen
4,0 Sterne26,99 EUR
7Eagle Rare Single Barrel 10 JahreEagle Rare Single Barrel 10 JahreRauch, Salz, Honig4,4 Sterne
5 Rezensionen
3,8 Sterne39,90 EUR
8Buffalo TraceBuffalo TraceDunkle Früchte, Anis, Eiche, Rohrzucker4,5 Sterne
25 Rezensionen
5 Sterne21,90 EUR
9Bullit BourbonBulleit BourbonTrocken, klar, Pfeffer, Vanille4,6 Sterne
89 Rezensionen
5 Sterne19,90 EUR

Nach der Kurzübersicht möchte ich auf alle Bourbons aus der Liste noch mal im Detail eingehen:

Platz 1: Blanton's Gold
Blanton's GoldAuf Platz 1 landet der Blanton's Gold und ist damit verdienter Sieger unseres Tests.

Beim Blanton's Gold handelt es sich um die beste Abfüllung, die aus dem Hause Blanton zu bekommen ist.
An der Nase finden sich Aromen von getrockneten Früchten und ein Hauch von Eiche. Im blumigen Aroma findet sich der Duft von unterschiedlichen Gewürzen. Im Geschmack ist er warm und voll. Töne von Honig, Eiche und Vanille machen sich angenehm bemerkbar. Der Abgang hält mit Vanille und Eiche lange an.

Der Blanton's Gold erhält von mir 4,7 Sterne im Geschmack. Eine Flasche ist zum Preis von etwa 60 Euro erhältlich und bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Daher gibt es hier 4,9 von 5 Sternen.
Platz 2: Woodford Reserve Double Oaked
Woodford Reserve Double OakedAuf Platz 2 befindet sich in unserem Test der Woodford Reserve Double Oaked. In den letzten Jahren gewann er regelmäßig eine Goldmedaille bei der San Francisco World Spirits Competition.

Schokoladig zeigt sich der Woodford an der Nase. Dazu gesellen sich Karamell, Honig und Marzipan. Der Duft der Eiche erinnert an den Geschmack von getoastetem Brot. Geschmacklich ist der Whiskey komplex und voll, mit dunklem Karamell, Haselnuss und Vanille. Der Abgang gestaltet sich lang und cremig.

Geschmacklich beeindruckt der Woodford Reserve Double Oaked durch die Lagerung in zweierlei Eichenfässern und erhält daher 4,6 Sterne. Bezieht man den Preis von rund 50 Euro mit ein, kommt er auf 4,8 Sterne.
Platz 3: Noah's Mill
Noah's MillDer dritte Platz geht an Noah's Mill: ein herausragender Kentucky Straight Bourbon, der von Hand befüllt wurde. Auf der Flasche befindet sich sogar die Fassnummer, aus der der Inhalt der Flasche stammt.

Die Nase präsentiert sich mild, ausbalanciert und kraftvoll. Geschmacklich ist der Noah's Mill ein äußerst komplexes und zugleich weiches Erlebnis.
Auf süßes Karamell folgen feine Eichenaromen, was ein sehr rundes Bild ergibt. Der Abgang gestaltet sich leicht bitter, süß und würzig.

In geschmacklicher Hinsicht bekommt er von mir 4,8 Sterne. Wenn der Preis, der bei etwa 80 Euro liegt, in die Bewertung dieser herausragenden Abfüllung mit einbezogen wird, erhält er bei mir 4,5 Sterne.
Platz 4: Wild Turkey 101 Proof
Wild Turkey 101 ProofAuf Platz 4 steht der Wild Turkey 101 Proof, ein Blend der sechs bis acht Jahre lang im Fass reift.

Die Nase zeigt sich durch eine Verbindung von viel Vanille, Karamell und einem Hauch von Tabak. Im Geschmack finden sich die Vanille und das Karamell wieder mit einer Honignote und braunem Zucker und Orange. Der Abgang ist lange und auch die Vanille findet sich hier wieder.

Von der geschmacklichen Seite her, erhält der Wild Turkey von mir 4,5 Sterne. Obwohl er 50,5% Alkohol enthält, ist trotzdem aromatisch und weich.
Preis-Leistung sind ebenfalls in einem sehr guten Verhältnis und so erhält er von mir dafür 4,5 von 5 Sternen.
Platz 5: Baker's 107 Proof 7 Jahre
Baker's 107 Proof 7 JahrePlatz Nummer 5 geht an den siebenjährigen Baker's Proof 107. Die Abfüllung wurde übrigens nach einem Großneffen von Jim Beam benannt. Er gehört zu den Small Batch Bourbons von Jim Beam.

Fruchtig und weich mit Karamell und Vanille zeigt sich die Nase des Baker's. Am Gaumen präsentiert er sich, wie ich es erwartet habe: ölig und seidig und mit einem intensiven Geschmack nach Nüssen und Karamell. Der Abgang gestaltet sich weich und süßlich.

Für den Geschmack erhält der Baker's 107 Proof 7 Jahre von mir 4,9 Sterne. Insbesondere das starke Aroma begeistert mich bei diesem Whiskey. Die Intensität kommt übrigens durch die Temperaturschwankungen unter dem Dach des Lagerhauses zustande.

Bezieht man den Preis von um die 40 Euro mit in die Bewertung ein, kommt er auf 4,4 Sterne.

Übrigens: Der Bourbon ist in Fassstärke abgefüllt und hat 53,5% - wer möchte, sollte also mal probieren ein paar Tropfen Wasser hinzuzufügen, um die Aromen genauer herauszukitzeln.
Platz 6: Elijah Craig 12 Years Kentucky Bourbon
Elijah Craig 12 Years Kentucky BourbonAuf den sechsten Platz hat es der Elijah Craig 12 Years Kentucky Bourbon mit seiner herrlich goldbraun-funkelnden Farbe geschafft.

Von der Nase her zeigt sich ein Duft von Heu und Leder, sowie Vanille und die fruchtige Note von Orangen.
Er schmeckt sanft und warm. Eichennoten und ein Hauch von Gewürzen und Rauch zeigen sich ebenfalls im Geschmack. Der komplexe Abgang ist lange anhaltend, warm, süß und komplex.

Geschmacklich bekommt der 12 Jahre alte Elijah Craig von mir 4,2 Sterne, da der würzige Geschmack verbunden mit dem Rauchigenfür einen Bourbon etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Allerdings ist der Kentucky Straight Bourbon bereits für knapp 30 Euro auf dem Markt zu haben. In Verbindung mit seinem Preis bekommt er von mir – und auch für die besonders konsequente Lagerung - 4,3 Sterne.
Platz 7: Eagle Rare Single Barrel 10 Jahre
Eagle Rare Single Barrel 10 JahreAuf den siebten Platz hat es der 10 Jahre alte Eagle Rare Single Barrel geschafft, der sich bei meinem Test in einer schweren und exklusiven Glasflasche präsentiert und zudem zahlreiche Medaillen bei Wettbewerben gewonnen hat.

An der Nase befindet sich ein volles und süßliches Aroma mit ein wenig Vanille. Von geschmacklicher Seite zeigt er sich komplex: reich und fruchtig mit Spuren von Rauch, Honig und - ganz ungewöhnlich für einen Bourbon: Salz. Der Abgang ist lange anhaltend und lässt sich am besten als „reich“ beschreiben.

4,9 Sterne erhält der Eagle Rare Single Barrel 10 Jahre für den besonderen Geschmack in der sich die Extraklasse der amerikanischen Whiskey-Kunst widerspiegelt. Mit einem Preis von um die 40 Euro pro Flasche ist er nicht ganz günstig und erhält von mir für das Preis-Leistungsverhältnis 4,1 von fünf möglichen Sternen.
Platz 8: Buffalo Trace
Buffalo TraceAn achter Stelle steht der Buffalo Trace. Der Name des Whiskeys geht auf den alten Büffelpfad zurück, der sich auf dem Grundstück der Brennerei befand, bevor diese errichtet wurde.

An der Nase präsentiert sich der Buffalo Trace durch ein hervorragendes und vielschichtiges Aroma mit einer würzigen Note, einem Hauch von Vanille und süßer Minze. In geschmacklicher Hinsicht bietet er eine Melange aus dunklen Früchten und Anis, Eiche und Rohrzucker. Der Abgang ist lange und weich. Hier zeigt sich die durch den Roggen entstehende starke Tiefe und er hinterlässt einen Hauch von Bitterkeit.

Für den Geschmack bekommt der Buffalo Trace von mir 3,8 Sterne. Die Flasche gibt es bereits für gut 20 Euro, sodass er hier insgesamt auf 4,0 Sterne kommt.
Platz 9: Bulleit Bourbon
Bulleit BourbonAuf dem neunten Platz landete der mehrfach ausgezeichnete Bulleit Bourbon mit seiner rostbraunen Färbung.

An der Nase entfaltet sich ein volles Eichenaroma. Geschmacklich zeigt sich der Bulleit Bourbon trocken und klar mit Anklängen von Pfeffer, Vanille und verschiedenen Gewürzen. Das Geschmackserlebnis lässt sich am besten als vielschichtig und herrlich bezeichnen. Vor allem brennt er nicht. Im Abgang ist er lang anhaltend und trocken.

Für den würzigen und trockenen Geschmack erhält der Whiskey 4,0 Sterne. Preislich zählt er zu den günstigen Vertretern seiner Kategorie und erhält daher 3,9 Sterne.

Was ist Bourbon eigentlich genau?

Nicht ohne Weiteres darf ein Whiskey als Bourbon bezeichnet werden. Um ein Chaos zu vermeiden und den Begriff zu schützen, wurde 1964 in den USA ein Gesetz erlassen, welches klare Vorgaben macht, die erfüllt sein müssen, damit die Bezeichnung Bourbon auf einer Whiskey-Flasche angebracht werden darf.

Bourbon Whiskey muss zu mindestens 51% aus Mais bestehen. Whiskey der die Bezeichnung Bourbon tragen soll, darf nach der Destillation maximal einen Alkoholgehalt von 80% aufweisen und muss zudem besonders gelagert werden. Vorgeschrieben für die Lagerung sind neue und ausgekohlte Fässer. Die Dauer der Lagerung muss mindestens zwei Jahre betragen. Zu beachten ist, dass es sich bei Bourbon um keine Herkunftsbezeichnung handelt – er muss also nicht zwingend aus den USA stammen.

Was ist der Unterschied zwischen Bourbon und Scotch Whisky?

Handelt es sich um einen schottischen Whisky ist dieser bereits an der Schreibweise zu erkennen. Doch Bourbon und der Schottische Whisky unterscheiden sich nicht nur in der Schreibweise mit oder ohne „e“. Der zentrale Unterschied bei der Herstellung liegt darin, dass Bourbon aus Mais hergestellt wird, wohingegen Schottischer Whiskey aus grüngemälzter Gerste gewonnen wird.
Die Bezeichnung Scotch (Synonym für Schottischer Whiskey) ist regional geschützt. Nur Whisky aus Schottland darf so bezeichnet werden.